Angebote nachfassen: Wann, wie oft und mit welcher Formulierung
Die meisten Angebote scheitern nicht am Preis, sondern daran, dass niemand nachfasst. Dabei ist kein Auftrag so günstig wie der, für den das Angebot schon geschrieben ist. Hier die wichtigsten Regeln aus der Praxis, inklusive Formulierungen, die funktionieren.
Der richtige Zeitpunkt
Bewährt hat sich der Anruf 3 bis 5 Werktage nach Versand. Früher wirkt gehetzt, später ist das Angebot beim Kunden schon wieder unter dem Stapel. Bei Angeboten, die beim Kunden intern abgestimmt werden müssen, darf es eine Woche sein. Entscheidend: Der Nachfass-Termin gehört fest in den Kalender, in dem Moment, in dem das Angebot rausgeht.
Wie oft ist zu oft?
Zwei- bis dreimal mit wachsendem Abstand ist völlig normal und wird von Entscheidern als professionell empfunden, unter einer Bedingung: Jeder Kontakt bietet etwas. Eine Antwort auf eine offene Frage, ein Hinweis zur Umsetzung, eine relevante Neuigkeit. Wer nur fragt „Haben Sie schon geschaut?", nervt. Wer hilft, bleibt im Rennen.
Formulierungen, die funktionieren
Am Telefon hat sich ein einfacher Dreiklang bewährt:
- Anlass nennen: „Ich hatte Ihnen vergangene Woche das Angebot für die Unterhaltsreinigung geschickt und wollte hören, ob es bei Ihnen angekommen ist."
- Offene Fragen holen: „Gibt es Punkte, die ich Ihnen erläutern darf, oder etwas, das aus Ihrer Sicht noch fehlt?"
- Nächsten Schritt vereinbaren: „Wann wäre ein guter Zeitpunkt, um final darüber zu sprechen? Ich trage es mir direkt ein."
Für die E-Mail danach gilt: kurz, konkret, mit dem vereinbarten nächsten Schritt im ersten Satz. Die E-Mail ersetzt das Gespräch nicht, sie dokumentiert es.
Der bewährte Ablauf: von Tag 0 bis Tag 20
So sieht der Nachfass-Prozess aus, den wir für unsere Kunden fahren, übertragbar auf jeden Betrieb:
- Tag 0, Angebot raus: Im selben Moment den Nachfass-Termin in den Kalender. Nicht morgen, sofort. Das ist der Schritt, der in der Praxis am häufigsten fehlt.
- Tag 3 bis 5, erster Anruf: Eingang bestätigen lassen, offene Fragen holen, nächsten Schritt vereinbaren (Formulierungen siehe unten).
- Tag 10 bis 12, zweiter Anruf: Nur mit Mehrwert: eine Antwort auf die offene Frage vom ersten Gespräch, ein konkretisierter Starttermin, eine Detailanpassung.
- Tag 20, Entscheidungsfrage: Freundlich den Deckel draufmachen: „Womit darf ich planen?" Ein ehrliches Nein ist besser als ein ewiges Vielleicht, denn es macht den Kopf frei für die nächsten Angebote.
- Danach, Langzeit-Wiedervorlage: Ein Nein heute ist oft ein Ja zum Vertragsende des Wettbewerbers. Termin notieren, in 6 oder 12 Monaten sauber wieder aufsetzen.
Beispiel Gebäudereinigung: Nach der Objektbesichtigung geht das Angebot binnen 48 Stunden raus, der erste Nachfass-Anruf folgt in der Woche darauf. Wer erst nach einem Monat anruft, ruft bei einer bereits getroffenen Entscheidung an.
Warum Telefon schlägt E-Mail
Nur am Telefon erfahren Sie den echten Stand: ob der Preis das Thema ist, ob ein Mitbewerber im Spiel ist, ob die Entscheidung vertagt wurde. Jede dieser Antworten ist wertvoll, denn sie sagt Ihnen, was als Nächstes zu tun ist. Eine unbeantwortete E-Mail sagt Ihnen nichts.
Systematisch statt sporadisch: Nachfassen als Prozess
In den meisten Betrieben scheitert das Nachfassen nicht am Können, sondern an der Zeit. Genau dafür gibt es uns: Akquise Werning übernimmt das gezielte Nachfassen offener Angebote als festen Prozess. Wir rufen zum richtigen Zeitpunkt an, dokumentieren jedes Ergebnis und legen Wiedervorlagen an, damit kein Angebot mehr versandet. Das Nachfassen ist einer unserer Leistungsbausteine, einzeln buchbar oder als Teil der kompletten Vertriebsunterstützung.
Akquise